Zinsperspektiven

Multi Asset Investmentstrategie vom 31.8.2020

Goldgelb invers angetragen ist auf der rechten Skala die Entwicklung der US-Arbeitslosenquote (Datenquelle: Bureau of Labor Statistics). Orange auf der linken Skala ist die Entwicklung der US-Inflation, gemäß des Core PCE Price-Index (Datenquelle: Bureau of Economic Analysis), die um ihren Mittelwert im abgebildeten Zeitraum (gestrichelt) und den um eine Standardabweichung erhöhten Mittelwert (gepunktet) ergänzt ist. Grau angetragen ist die Entwicklung der Federal Funds Rate.

Wann wäre es in der Vergangenheit zu höheren US-Leitzinsen gekommen bzw. was muss passieren (und wie wahrscheinlich ist das), damit die US-Leitzinsen zukünftig wieder nach oben wandern. Allein ein Erstarken des Arbeitsmarktes soll dafür nicht mehr ausreichen, und bezüglich der Inflation sind Schwankungen um 2 % das Ziel und nicht etwas, was hinsichtlich eines Überschießens verhindert werden soll. Berücksichtigt man, dass der Durchschnittwert der letzten 20 Jahre bei 1,7 % lag und auch wenn man zu diesem Wert noch eine Standardabweichung dazu addiert immer noch nur ein Wert von 2,1 % herauskommt, ist so etwas nichts, was zunächst als sehr wahrscheinlich angesehen werden kann. Weil am Markt aber über die nächsten Jahre hinaus ohnehin mit keinen Zinserhöhungen gerechnet wird, ist das für sich genommen nichts Neues. Spannender ist da sicher die weitere Entwicklung der Realzinsen und der Zinsen am (ganz) langen Ende. Andes ausgedrückt: Wenn sich am kurzen Ende nichts bewegen kann – wie würde die Notenbank reagieren, würde sich am langen Ende etwas bewegen?