Untergrenze für die Realrenditen?

Multi-Asset-Investmentstrategie vom 26.10.2021

Abgebildet ist die Rendite der 0,5 % iBund 2030 (zuletzt -2,20 % vom 26.10.2021) – als Beispiel für den zu beobachtenden Verfall der Renditen inlationsgesicherter Anleihen.

Man kann sich angesichts der abgebildeten Entwicklung schon die Frage stellen, ob es so etwas wie eine Untergrenze der Realrenditen gibt, einen Punkt also, an dem Käufer (von Anleihen an sich) in einen „Streik“ treten würden. Einwerfen kann man hier vielleicht, dass ein nicht unwesentlicher Teil der (Staatsanleihen-) Käufe von Notenbanken erfolgt, die wohl kaum in einen Käuferstreik treten dürften, würden diese dann ja quasi gegen sich selber streiken. Und unabhängig davon gilt natürlich, dass es bei allen Investitionen ständig nur um ein Abwägen mit den zur Verfügung stehenden Alternativen geht, weswegen alles halbwegs Reale seit langer Zeit massive Unterstützung hat.

Jetzt könnten wir aber („gefühlt“) neuerlich an einem spannenden Punkt angelangt sein. Denn eigentlich sollte man jetzt erwarten können, dass sich entweder die Inflationserwartungen nicht wesentlich weiter ausweiten – oder die Notenbanken reagieren und die Nominalzinsen steigen. Beides sollte zumindest zu zu einer Stabilisierung der Realrenditen führen. Was passiert aber, sieht beispielsweise unsere Zentralbank den Inflationsanstieg immer weiter als vorübergehend an oder argumentiert, der Entwicklung mit Maßnahmen der Geldpolitik nicht entgegenwirken zu können (stattdessen den Auswirkungen fiskalpolitisch entgegenzutreten ist)? Letztendlich könnte das doch nur heißen, dass alle Arten realer Geldaufbewahrungsmittel nicht nur unterstützt bleiben, sondern möglicherweise sogar noch weiter „angefeuert“ würden …

… und vice versa natürlich. Mal sehen also, welche Formulierungen wir am Donnerstag seitens der EZB zu hören bekommen.