spannend wird es bei Gegenwind

Multi-Asset-Investmentstrategie vom 09.09.2022

Abgebildet ist die Inflationsrate der Eurozone (HVPI J./J.; zuletzt 9,1 % vom August 2022; Datenquelle: Eurostat), ergänzt um die absoluten Minderrenditen einiger inflationsindexierter Bundesanleihen gegenüber „normalen“ Bunds (Stand: 8.9.2022), was man ja als Annäherung für die Inflationserwartungen des Marktes sehen kann.
Die Grafik zeigt (invers) die Arbeitslosenquote der Eurozone (zuletzt 6,6 % vom Juli 2022; Datenquelle: Eurostat). Ergänzend eingetragen ist der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte der EZB (incl. der Maßnahme vom 8.9.; „Leitzins“), der in der Vergangenheit regelmäßig auf eine Trendwende am Arbeitsmarkt reagierte.

Während die Inflationsraten selber zuletzt bekanntlich immer weiter angestiegen sind, haben sich die Inflationserwartungen nur moderat verändert und verharren für die entferntere Zukunft auf einem Niveau, das so weit nicht weg ist von dem, was zumeist als Preisstabilität bezeichnet wird. Man honoriert also das jetzt doch konsequente Agieren unserer Zentralbank. Dieser spielt dabei momentan in die Karten, dass a) der Trend der Arbeitslosigkeit in der Eurozone nach wie vor nach unten gerichtet ist und diese b) historisch niedrig ist. Schwieriger würde es werden, würde von dieser Seite Gegenwind aufkommen. Würde das die Zentralbank von ihrem Fokus abbringen? Müsste stattdessen einmal mehr der Fiskus ran? Die Investmentimplikationen müssen wir heute andenken.