Die Dominanz der Zinsen

Die Abbildung zeigt die indexierte Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts, das mit der um eine konstante „Risikoprämie“ von vier Prozent erhöhten Rendite 10jähriger Bundesanleihen (Jahresdurchschnittswerte) abgezinst ist (Datenquelle: Eurostat; eigene Berechnung/eigene Darstellung). Für 2020 wurde ein BIP-Wert aus der Veränderungsrate der letzten vier Quartale gegenüber den vier Quartalen davor geschätzt.

Denkt man sich insbsondere zwei Übertreibungsphasen (eine im Jahr 2000 gipfelnde und eine, die so berechnet in 2007 toppte) und deren darauf folgende Korrekturen hinzu, hätte man ein Bild, das dem Verlauf des deutschen Aktienmarktes sehr nahe käme. Massiv getrieben wurde unsere Modelldatenreihe dabei zuletzt von der Zinsentwicklung, die quasi alle Vermögenswerte, die über ein Discounted Cashflow-Modell bewertet werden, vor sich hertreibt: Aktien, Immobilien ,…

… auch der jüngste BIP-Rückgang wurde überkompensiert, wie der Anstieg von 2019 auf 2020 zeigt. So haben wir zwar eine Divergenz zwischen Realwirtschaft und Börse. Aber eben nur in einer Art Momentaufnahme, in der man die Zukunftsperspektive des Zählers und vor allem den kompletten Nenner einer einschlägigen Bewertungsformel ignoriert.