langsam aber stetig

Multi Asset Investmentstrategie vom 11.1.2021

Die Grafik zeigt grau die Entwicklung der Inflation in der Eurozone (Datenquelle: Eurostat; zuletzt vorläufig -0,3 % vom Dezember 2020) und schwarz die Entwicklung der sich aus der inflationsindexierten Bund 2030 errechneten, erwarteten Inflation (zuletzt 0,97 % vom 8.1.2021).

Langsam aber stetig bewegen sich die Inflationserwartungen nach oben, auch wenn sie noch immer recht komfortabel von der magischen 2 %-Markt entfernt sind …

…in den USA hingegen wurde diese Hürde mit dem neuen Jahr überwunden.

Die Dominanz der Zinsen

Die Abbildung zeigt die indexierte Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts, das mit der um eine konstante „Risikoprämie“ von vier Prozent erhöhten Rendite 10jähriger Bundesanleihen (Jahresdurchschnittswerte) abgezinst ist (Datenquelle: Eurostat; eigene Berechnung/eigene Darstellung). Für 2020 wurde ein BIP-Wert aus der Veränderungsrate der letzten vier Quartale gegenüber den vier Quartalen davor geschätzt.

Denkt man sich insbsondere zwei Übertreibungsphasen (eine im Jahr 2000 gipfelnde und eine, die so berechnet in 2007 toppte) und deren darauf folgende Korrekturen hinzu, hätte man ein Bild, das dem Verlauf des deutschen Aktienmarktes sehr nahe käme. Massiv getrieben wurde unsere Modelldatenreihe dabei zuletzt von der Zinsentwicklung, die quasi alle Vermögenswerte, die über ein Discounted Cashflow-Modell bewertet werden, vor sich hertreibt: Aktien, Immobilien ,…

… auch der jüngste BIP-Rückgang wurde überkompensiert, wie der Anstieg von 2019 auf 2020 zeigt. So haben wir zwar eine Divergenz zwischen Realwirtschaft und Börse. Aber eben nur in einer Art Momentaufnahme, in der man die Zukunftsperspektive des Zählers und vor allem den kompletten Nenner einer einschlägigen Bewertungsformel ignoriert.

sehr bedingt signifikant

Multi Asset Investmentstrategie vom 16.12.2020

Abgebildet ist, ausgedrückt in Standardabweichungen, die Abweichung der durchschnittlichen Monats-Returns von Aktien für einen jeden Monat des Jahres vom Mittelwert dieser Monatswerte. Einfacher ausgedrückt: Was waren in der Vergangenheit immer eher gute und was eher schlechte Aktienmonate. Datenbasis sind die letzten fünfzig Jahre, für die wir einen Mittelwert aus amerikanischen und deutschen Daten gebildet haben.

Erst einmal erkennt man hier natürlich das Muster, das ja auch einer bekannten „Börsenweisheit“ zugrunde liegt. Oder anders: Wir befinden uns gerade in der traditionell „guten Zeit“. Dass eine statistische Signifikanz aber nur sehr bedingt ist, sieht man spätestens, wenn man sich das Ganze beispielsweise immer in 10-Jahres-Blocks anschauen würde: Dann ist die Spannweite der Ergebnisse recht groß. Oder wieder einfach ausgedrückt: Verlassen kann man sich darauf leider nicht wirklich.

Politik, Märkte und der Dollar

Multi Asset Investmentstrategie vom 15.10.2020

Abgebildet ist der EUR/USD-Wechselkurs bzw. vor 1999 der umgerechnete USD/DEM-Wechselkurs. Ergänzt wurde die Grafik um ein Signal dahingehend, welcher Partei der jeweilige US-Präsident zugehört (roter Pfeil: Republikaner; blauer Pfeil: Demokraten).

Der Trend eines Wechselkurses, umso mehr, als ein solcher ja immer zwei Währungen umfasst, ist sicher nicht nur einem US-Präsidenten zuzuschreiben. Das Bild regt aber dennoch zum Nachdenken, auch darüber, an…

Die Erwartung der Rentenmärkte

Multi Asset Investmentstrategie vom 8.10.2020

Die Grafik zeigt grau die Differenz der Renditen 30- und 10jähriger Bundesanleihen und schwarz die aus der Mehrrendite der inflationsindexierten 0,5 % Bund 2030 über einer 10jährigen Bund errechneten Inflationserwartung.

Während in den USA die Inflationserwartungen schon wieder in Richtung 2 % ziehen und sich die Zinskurve, insbesondere am langen Ende, schon wieder etwas versteilt, ist bei uns am Rentenmarkt quasi vollkommene Ruhe eingekehrt.

Ruhe?

Multi Asset Investmentstrategie vom 28.9.2020

Angetragen ist blau, invers, auf der rechten Skala die Arbeitslosigkeit der Eurozone (letzter Wert 7,9 % vom Juli; Datenquelle: Eurostat). Weiter ist schwarz die Entwicklung der Inflation in der Eurozone (letzter Wert -0,2 % vom August; Datenquelle: Eurostat) und grau die Entwicklung der Geldmenge M3 in der Eurozone (letzter Wert 9,5 % vom August; Datenquelle: EZB) eingezeichnet.

Bemerkenswert ist zunächst natürlich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, insbesondere wenn man der Entwicklung bei uns gedanklich die Entwicklung in den USA gegenüberstellt, wo die Arbeitslosenquote „in der Spitze“ von 3,5 % auf 14,7 % gesprungen ist, um im August immer noch bei 8,4 % zu stehen. So gesehen herrscht bei uns Ruhe … über die immensen Hilfsmaßnahmen der Staaten (Stichwort bei uns: Kurzarbeit,…) hatten wir an anderer Stelle geschrieben, diese zeigen hier ihre positive Wirkung.

Genauso herrscht Ruhe bzw. eine gegenläufige Entwicklung bei der Inflationstendenz, betrachtet man sich den Sprung in der Geldmengenentwicklung. Das wird ja auf die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes bzw. wirtschaftliche Aktivität (genauer: Mangel an wirtschaftlicher Aktivität) zurückgeführt. Bleibt die weitere Entwicklung dieser massiven Kombination aus fiskal- und geldpolitischen Impulsen abzuwarten.

Renditekompression

Multi Asset Investmentstrategie vom 17.9.2020

Die Grafik vergleicht die Rendite 10jähriger US-Staatsanleihen mit der Rendite der Apple-Aktie (jeweils Quartalswerte; zuletzt 16.9.2020). Als Aktienrendite angesetzt ist dabei die Relation Gewinn pro Aktie zu Aktienkurs. Als Gewinn angesetzt wurden jeweils die Gewinne der vier letzten Quartale, wobei der Wert für das aktuelle Quartal einer linearen Trendextrapolation entstammt (unsere Berechnung).

Inflation?

Multi Asset Investmentstrategie vom 4.9.2020

Die Grafik zeigt grau die Entwicklung der Inflation in der Eurozone (Datenquelle: Eurostat; zuletzt -0,2 % vom August 2020) und schwarz die Entwicklung der sich aus der inflationsindexierten Bund 2030 errechneten, erwarteten Inflation (zuletzt 0,79 % vom 3.9.2020).

An eine nachhaltige „Disinflation“ glaubt man danach nicht – Stand heute aber auch nicht an ein merkliches Anziehen der Inflation im Durchschnitt der kommenden Jahre.

Zinsperspektiven

Multi Asset Investmentstrategie vom 31.8.2020

Goldgelb invers angetragen ist auf der rechten Skala die Entwicklung der US-Arbeitslosenquote (Datenquelle: Bureau of Labor Statistics). Orange auf der linken Skala ist die Entwicklung der US-Inflation, gemäß des Core PCE Price-Index (Datenquelle: Bureau of Economic Analysis), die um ihren Mittelwert im abgebildeten Zeitraum (gestrichelt) und den um eine Standardabweichung erhöhten Mittelwert (gepunktet) ergänzt ist. Grau angetragen ist die Entwicklung der Federal Funds Rate.

Wann wäre es in der Vergangenheit zu höheren US-Leitzinsen gekommen bzw. was muss passieren (und wie wahrscheinlich ist das), damit die US-Leitzinsen zukünftig wieder nach oben wandern. Allein ein Erstarken des Arbeitsmarktes soll dafür nicht mehr ausreichen, und bezüglich der Inflation sind Schwankungen um 2 % das Ziel und nicht etwas, was hinsichtlich eines Überschießens verhindert werden soll. Berücksichtigt man, dass der Durchschnittwert der letzten 20 Jahre bei 1,7 % lag und auch wenn man zu diesem Wert noch eine Standardabweichung dazu addiert immer noch nur ein Wert von 2,1 % herauskommt, ist so etwas nichts, was zunächst als sehr wahrscheinlich angesehen werden kann. Weil am Markt aber über die nächsten Jahre hinaus ohnehin mit keinen Zinserhöhungen gerechnet wird, ist das für sich genommen nichts Neues. Spannender ist da sicher die weitere Entwicklung der Realzinsen und der Zinsen am (ganz) langen Ende. Andes ausgedrückt: Wenn sich am kurzen Ende nichts bewegen kann – wie würde die Notenbank reagieren, würde sich am langen Ende etwas bewegen?

MilliardenDIMENSIONEN

Multi Asset Investmentstrategie vom 24.08.2020

Die Grafik zeigt die Umsätze der US-Unternehmen Apple (AAPL Umsätze, EUR 248 Mrd.) und Amazon (AMZN-Umsätze EUR 291 Mrd.) in den jeweils letzten vier Quartalen. Weiter ist als BIP D 2020-2019 die Differenz zwischen dem annualisierten BIP des ersten und zweiten Quartals 2020 und dem 2019er BIP Deutschlands angegeben (- EUR 212 Mrd.) sowie die Differenz der im Bundeshaushalt für 2020 geplanten Ausgaben mit den 2019er Ausgaben (EUR 165 Mrd.)
Unsere Grafik und Berechnungen; Quellen der Rohdaten: Apple Investor Relations, Amazon Investor Relation, Statistisches Bundesamt, Bundesfinanzministerium

Zwischen genau diesen Daten muss und wird es natürlich keinen zwingenden ökonomischen Zusammenhang geben, sie helfen aus unserer Sicht aber, einige Punkte gut deutlich zu machen. Allen voran lässt sich daraus das beherzte Ausmaß der staatlichen Unterstützungen, das so tatsächlich und psychologisch Wirkung entfaltet bzw. entfalten kann, deutlich zu machen.

Und die Umsätze von AAPL und AMZN erinnern daran, dass die jüngste Krise neben der Lastenverschiebung vom Privat- auf den Staatssektor einen Strukturwandel beschleunigte.

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